Aufruf zum Gewerkschaftsblock auf der Anti-Kriegs-Demonstration am Juli 2026 um 14 Uhr am Bahnhof Gesundbrunnen
Liebe Kolleg:innen,
im Wedding stellt Rheinmetall derzeit seine Produktion um. Statt Autoteile sollen unsere Kolleg:innen dort demnächst Munition herstellen – 45 Kilogramm schwere Artilleriegeschosse.
Um Arbeitsplätze zu erhalten, so erzählt man uns, muss auf Kriegsproduktion umgestellt werden. Dabei könnten wir genauso gut unsere Fähigkeiten und unsere Arbeitszeit einsetzen, um für die zivilen Bedürfnisse unserer Mitmenschen zu produzieren.
Wir sind alle von der Krise, den Kürzungen und drohender Arbeitslosigkeit betroffen. Kriegsindustrie und Rüstungsproduktion sind aber keine Lösung.
In vielen Bereichen wird wie im Wedding vorgegangen. Erst wird Druck gemacht, mit Kürzungen & Jobverlust gedroht, und dann wird Kriegsertüchtigung als einziger Ausweg durchgesetzt.
Gleichzeitig werden aber zahlreiche Stellen gestrichen, gerade um die Kriegsvorbereitungen zu finanzieren: Familienzentren, Kitas, Schulen, Krankenhäuser, Wohnungsbau – die öffentliche Daseinsfürsorge wird zerstört.
Während Rheinmetall Unmengen an Profit einfährt, von dem wir als Gesellschaft ganz und gar nichts abbekommen, sterben weltweit unzählige Menschen an diesen Kriegen.
Die Kriegswirtschaft verschlechtert unser Leben und spült Steuergelder in die Hände reicher Konzernchefs. Von den langfristigen Folgen eines Krieges, in den das zwangsläufig mündet, ganz zu schweigen. Im Kriegsfall wird unsere Nachbarschaft zur Zielscheibe.
An vielen Orten in Deutschland findet momentan eine Umstellung von ziviler Produktion auf Rüstung statt. Viele sind damit nicht einverstanden. Und manche haben den Mut, das laut zu sagen. So gibt es zum Beispiel in den Betrieben bei VW und Ford Widerstand gegen die Umstellung. „Aufrüstung und Kriegswirtschaft sind gegen die Interessen der Kolleginnen und Kollegen und unserer Familien und widersprechen unseren gewerkschaftlichen Zielen“, heißt es in einer Erklärung von IGM-Kolleg:innen bei VW, für die sie zahlreiche Unterschriften gesammelt haben. „Nein zur Kriegswirtschaft – Wir geben unsere Kinder nicht für Kriege!“ lautet wiederum der Titel eines Positionspapiers, dass Vertrauensleute bei den Ford-Werken in Köln auf der IG-Metall-Vollversammlung im Januar 2026 verabschiedet haben. Und auch im Bildungssektor und im gesundheitlichen und sozialen Arbeitsbereich formiert sich immer mehr Protest.
Lasst uns als Lohnabhängige jetzt zusammenhalten, über Berufe und Ländergrenzen hinweg! Unsere Brüder und Schwestern in Frankreich und Italien haben zum Beispiel auch schon viel Erfahrung gesammelt, was wir dagegen tun können. Gemeinsam können wir die Umstellung auf Rüstungsproduktion verhindern ohne in Arbeitslosigkeit und Armut zu rutschen.
Schließen wir uns den Aktionstagen vom 10. bis 12. Juli 2026 im Humboldthain an!
Lasst uns zusammen Alternativen zum Krieg und der weiteren Militarisierung unserer Gesellschaft entwickeln. Gemeinsam, als Anwohner:innen, Kolleg:innen, Gewerkschafter:innen, Auszubildende, Schüler:innen.
Kommt mit uns zur Demonstration am 11. Juli 2026 am Bahnhof Gesundbrunnen. Wir treffen uns um 14 Uhr an der Curry Baude Behmstraße Ecke Badstraße, um dann gemeinsam teilzunehmen. Bringt gern Transpis und Schilder mit!
Weitere Informationen
- Webseite: keinewaffenproduktionberlin.noblogs.org
- E-Mail: GegenRheinmetallAmHumboldthain@proton.me
- Instagram: instagram.com/berliner.buendnis.gegen.waffen
Erstunterzeichner:innen:
- Kolleg:innen der AG Frieden in der GEW Berlin
- Lukas Schmolzi, FU Berlin, ver.di-Vertrauensperson, 1. stellv. Vorsitzender des Personalrats Dahlem
- Forum Gewerkschaftliche Linke
- Hans Köbrich, IGM Mitglied, ehemals BMW
- Namik Sarikaya, IGM VKL Volkswagen Baunatal
- Suse Ludwig, IGM-Vetrauensfrau, Delegierte Siemens Energy Berlin
