Aktionstage

Gegen den Start der Waffen­produktion bei Rheinmetall in Berlin: Aktionstage vom 10.–12. Juli 2026

Im Frühsommer soll bei Rheinmetall in Berlin-Wedding die Waffenproduktion starten. Damit würde zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg wieder Rüstung in Berlin produziert werden.

Das werden wir nicht hinnehmen und rufen alle auf, sich dem Protest anzuschließen und selbst aktiv zu werden! 💪

Ob Gaza, Kurdistan, Jemen: Die Waffen von Rheinmetall bringen für Millionen von Menschen weltweit Leid, Elend und Tod. Wir werden uns dieser tödlichen Produktion hier und überall in den Weg stellen. Vielfältige Aktionen und eine bundesweite Demonstration werden deutlich machen:

Geld für den Kiez, statt Waffen für den Krieg! ✌️💰
Schluss mit der Militarisierung und Kriegsvorbereitung! 🚫✋

Kommt zu den Aktionstagen vom 10.–12. Juli 2026!

Als Anlaufstelle bauen wir auf der zentralen Wiese im Volkspark Humboldthain ein Zirkuszelt auf. Dort gibt es:

  • spannende Vorträge und Ausstellungen
  • Musik- und Theateraufführungen
  • kreative Workshops
  • Möglichkeiten zur Vernetzung

Zusätzlich finden verschiedene Protestaktionen zum Mitmachen überall im Wedding statt. Wir halten euch auf dem Laufenden. Außerdem freuen wir uns, euch am Samstag, den 11. Juli, um 14 Uhr am S+U Gesundbrunnen zur Großdemonstration mit Konzert auf der Straße zu sehen!

Beteiligt euch, bringt eure Ideen und euren Mut ein!
Werden wir zusammen aktiv!
Gemeinsam stoppen wir Aufrüstung
, Sozialabbau und Kriegspolitik!

Zur Langversion des Aufrufs

Programm

Das Programm wird laufend erweitert.
Achtet auf weitere Ankündigungen. 🔔👀

Donnerstag — 9. Juli

14:00
Zirkuszelt

Aufbau

18:00–20:00
Aktion

Stadführung: Militär und Antimilitarismus rund um den Humboldthain. Eine historische Spurensuche

Treffpunkt: Chausseestr. 94 (Nähe U-Bahnhof Schwartzkopffstr.)

Wer hätte es gewusst, dass sich im Juli 1914 tausende Arbeiter im Humboldthain versammelten, um gegen den drohenden Krieg zu protestieren? Etliche kamen aus den Schwartzkopff-Werken (heute Rheinmetall). Viele weitere Fabrikanlagen, Denkmäler, Straßennamen, Bunker und Grabsteine rund um den Humboldthain sind stumme Zeugen der Berliner Militärgeschichte, werden aber oft übersehen. Als Auftakt zu den Aktionstagen nimmt uns Stefan Zollhauser mit auf eine militärkritische Spurensuche: vom Mythos Kriegsbegeisterung über das elende Massensterben bis zum Engagement pazifistischer Akteur*innen.
www.berliner-spurensuche.de

Freitag — 10. Juli

09:00–09:30
Zirkuszelt

Pressekonferenz

10:00–11:30
Zirkuszelt

Podium: Wir sterben nicht für eure Kriege – Gemeinsam gegen Wehrpflicht!

Deutschland will kriegstüchtig werden, um in Europa im großen Stil wieder Krieg führen zu können und braucht sowohl mehr Waffen als auch Kanonenfutter. Dafür wurde jetzt wieder die Wehrpflicht eingeführt. Was da los ist und was wir gegen diese tödliche Entwicklung tun können, besprechen wir unter anderem mit Simon David Dreßler, Vertreter*innen des Schulstreikkomitees, IG Bau Jugend sowie der GEW.

Kundgebung vor dem Jobcenter: Kein Mensch, kein Cent der Bundeswehr!

Treffpunkt: Jobcenter Mitte, Müllerstraße 147, 13353 Berlin, U-Bahnhof Leopoldplatz

Sozialkürzungen, Lohnraub und eine Militarisierung der Arbeitsverhältnisse sind zentraler Bestandteil der neuen Kriegswirtschaft. Der Staat des Kapitals reagiert auf seine Wirtschaftskrise mit einem Frontalangriff auf die abhängig Beschäftigten, Arbeitslosen- und Bürgergeldempfänger*innen. Im November 2024 wurde eine Grundsatzvereinbarung zwischen Kriegsminister Pistorius und der „Bundesagentur für Arbeit“-Chefin Nahles getroffen: „Gemeinsam für eine starke Bundeswehr. Die Zeitenwende personell gestalten“. Der verlogenen „nationalen Gemeinschaft“ der Kriegsprofiteure, die nur Profit für sich und Diskriminierung, Lohnraub und rassistische Hetze für uns übrig haben, setzen wir die internationale Solidarität und den gemeinsamen Kampf der Lohnabhängigen entgegen.

Die-In-Flashmob: Die Reichen wollen Krieg – die Jugend eine Zukunft

Treffpunkt: Zirkuszelt im Humboldthain

Gegen die Militarisierung der Gesellschaft. Für gute und kostenlose Gesundheit, Bildung und Wohnungen für alle!

Workshop: Graffiti gegen Krieg

Treffpunkt: Zirkuszelt im Humboldthain

Protestkundgebung gegen die Militarisierung im Gesundheitswesen

Treffpunkt: DRK Kliniken Berlin Mitte,
Drontheimer Str. 39, 13359 Berlin

Krankenhäuser sollen kriegstüchtig werden: Kliniken sollen eine zentrale Rolle in der „Gesamtverteidigung“ und „Kriegstüchtigkeit“ Deutschlands einnehmen.

Als Gesundheitsarbeitende lassen wir uns nicht für Kriegsinteressen instrumentalisieren: Keine Waffenfabrik im Wedding – Keine Soldaten im Krankenhaus!

Kundgebung und Demo gegen die Rheinmetall-Fabrik: Ihre Kriege nicht auf unserem Rücken

Treffpunkt: Rheinmetall, Wiesenstraße Ecke Grenzstraße, 13355 Berlin

Zum Auftakt tritt das Theater Rote Panke auf. Danach ziehen wir weiter vor das Werktor von Rheinmetall, dort verteilen wir Flyer an Kolleg*innen und Passant*innen.

Flashmob: Kiezkultur statt Kriegskultur

Treffpunkt: Zirkuszelt im Humboldthain

Wir ziehen gemeinsam durch die Straßen Weddings, machen an belebten Orten mit einer kleinen Performance auf die Militarisierung unseres Kiezes aufmerksam und laden dabei Nachbar*innen zu unserem Camp ein.

16:30–17:00
Zirkuszelt

Das Berliner Bündnis gegen Waffenproduktion stellt sich vor

Wer sind wir, was haben wir schon gemacht die letzten zwei Jahre und was haben wir noch vor.

17:00–18:30
Zirkuszelt

Podium: Von Ulm bis nach Piräus. Von Genua bis Bristol bis Hamburg bis nach Rotterdam – internationaler Widerstand gegen den Genozid

Krieg beginnt hier. Zahlreiche Rüstungsunternehmen haben ihren Sitz in Deutschland. Die Mittäterschaft Deutschlands am Genozid in Gaza, Palästina und an den Verbrechen überall in der Welt beginnt vor unserer Haustür, vor unseren Augen. Jede noch so kleine Lieferung, die gestoppt oder verzögert wird, welche die globale Rüstungs-Lieferkette durchbricht, jede Waffenfabrik, die aufhört zu produzieren, weil wir uns widersetzen, rettet konkret Leben. Wir diskutieren auf dem Panel mit Aktivist*innen aus UK (Workers for a Free Palestine), Hamburg und Berlin (Peacefully Against Genocide) über Erfahrungen von direkter Waffenlieferungsblockaden, anderen Aktionsformen und Antirepressionsarbeit.

Das Panel wird auf Englisch stattfinden mit deutscher Übersetzung.

19:00–20:30
Zirkuszelt

Podium: Kriegsrelevant: Arbeiten im Zeichen der Militarisierung

Der Krieg wird vorbereitet, doch wo in unserem Arbeitsalltag zeigt sich das? Wir wollen über Veränderungen in den kriegswichtigen Sektoren sprechen – und den Widerstand dagegen. Dafür sind Arbeiter*innen aus Gesundheit, Logistik, Produktion und Technologie/IT eingeladen.

21:00–21:30
Zirkuszelt

Theater X: Hoppla wir sterben! Rheinmetall – eine deutsche Geschichte

Obwohl es so viele Möglichkeiten gab in der Geschichte, das Blatt ein für alle Mal zu wenden – weg von Krieg, weg von der Aufrüstung, weg von Militarisierung – der Funke ist nie übergesprungen – der Tod ist halt doch ein Meister aus Deutschland. Wir tauchen ein in das Rüstungs-Auf-und-Ab der letzten 150 Jahre und erzählen diesmal die Geschichte eines der unangenehmsten Unternehmen: Rheinmetall, einer der größten Waffenexporteure der Welt.

Samstag — 11. Juli

10:00–12:30
Workshopzelt

Demo-Vorbereitung

Wir basteln gemeinsam kreative Schilder für die Demo!

11:00–12:30
Zirkuszelt

Vortrag: Aufrüsten für unsere Sicherheit? mit Fabian Lehr

Mit der sogenannten Zeitenwende wurde ab 2022 eine gigantische Hochrüstung und Militarisierung Deutschlands in Gang gesetzt. „Wir müssen bis 2029 kriegstüchtig sein“, meint Verteidigungsminister Boris Pistorius. Ein Grund sei die Bedrohung durch Russland. Doch gegen wen und was müssen wir uns wirklich verteidigen? Wir wollen mit Fabian Lehr die Ideologie der Herrschenden hinterfragen, die tatsächlichen Gründe für die Kriegsvorbereitung analysieren und besprechen, was wir gegen die Kriegsvorbereitungen tun können.

12:30–13:30
Zirkuszelt

Musik: Berliner Politchöre Morgenrot und Cor dell’Avvenir

Der Politchor Morgenrot singt emanzipatorische Lieder aus aller Welt – manche älter als 100 Jahre, manche erst in den letzten Jahren entstanden. Der Chor singt gegen Ungerechtigkeiten und für eine friedliche, solidarische Welt. Der Cor dell’Avvenir ist ein antifaschistischer und queerfeministischer Chor. Er singt Lieder vom Widerstand, Arbeitskampf und sozialer Gerechtigkeit – auf Italienisch und in weiteren Sprachen. Seit einem Jahr ist der Chor aktiv und tritt bei Demos, Protestaktionen und Soli-Events auf.

12:30–13:30
Workshopzelt

Verweigerungsworkshop: Wehrpflicht? Wehr dich!

Du hast einen Brief von der Bundeswehr bekommen oder fragst dich, was bei einer drohenden Wehrpflicht auf dich zukommt? Wir sprechen gemeinsam über aktuelle Entwicklungen, individuelle Handlungsmöglichkeiten sowie rechtliche Grundlagen.

Großdemonstration: Gemeinsam Kriege stoppen

Auftakt 14 Uhr am S+U Gesundbrunnen

Abschluss 17 Uhr mit Konzert

19:30–21:00
Zirkuszelt

Podium: Perspektiven des antipatriarchalen Widerstands gegen die globale Kriegslogik

Um wirksamen Widerstand gegen Militarisierung und Kriegspolitik aufzubauen und Perspektiven für einen gerechten Frieden zu entwickeln, müssen wir die politischen Zusammenhänge verstehen. Wie hängen die aktuellen Kriege miteinander zusammen? Warum sprechen manche von einem „dritten Weltkrieg“? Welche Rolle spielt Deutschland in den Konflikten der Region? Wie sind Krieg, Imperialismus und Patriarchat miteinander verwoben? Und welche Bedeutung haben Frauen und feministische Bewegungen für Frieden, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Transformation?

21:00
Zirkuszelt

Konzert

22:00
Camp

Feuerschow

Die Feuerkünstlerin Pyra Mystica bringt mit ihrer Feuershow Licht in den Protest gegen Aufrüstung, Krieg und die Waffenfabrik mitten in unserem Kiez. Feuer und Flamme der Waffenfabrik!

Sonntag — 12. Juli

11:00–13:00
Zirkuszelt

Abschlussplenum und Vernetzungstreffen: Wie kämpfen wir weiter? Auf jeden Fall gemeinsam!

14:00
Zirkuszelt

Abbau

Weitere Informationen

Camp

Donnerstag ab 14 Uhr werden wir unsere Infrastruktur auf der zentralen Wiese des Volkspark Humboldthain aufbauen – keine 500 Meter entfernt vom Rheinmetall‑Werk. Die zentralen Orte werden das Zirkuszelt und unser Workshopzelt sein. Es wird auch Infotische geben, um mit den Nachbar*innen ins Gespräch zu kommen. Der Infopoint wird rund um die Uhr besetzt sein.

Infopoint

Am Infopoint könnt ihr euch bei Ankunft einen Überblick verschaffen: Lageplan, Programm, Schichtpläne, Aktuelles.

Ab Freitag sind wir auch telefonisch und per SMS über die Infopoint-Telefon erreichbar: +49 152 12 49 74 49. Bitte überlege gut, ob du anrufen musst oder du gegebenenfalls erst andere Informationswege wie die Webseite nutzen kannst, damit die Leitung nicht überlastet ist.

Schlafplätze

Bitte meldet euch unter folgender E-Mail-Adresse bbgw_bettenboerse@proton.me, falls ihr in Berlin einen Schlafplatz benötigt. Wir vermitteln euch dann passende Unterkünfte. Auch wenn ihr selbst Schlafplätze anbieten möchtet oder Fragen zur Übernachtung habt, schreibt uns gerne an diese Adresse.

Awareness

Damit sich alle mit einem sicheren Gefühl an den Aktionstagen beteiligen können, wird es im Humboldthain ein Awareness-Team geben. Wenn es euch nicht gut geht oder ihr diskriminierendes beziehungsweise gewaltvolles Verhalten beobachtet, könnt ihr euch jederzeit an sie wenden. Erkennen könnt ihr die Personen an Westen mit der Aufschrift „Awareness“. Außerdem gibt es ein Awareness-Zelt, das ihr bei Bedarf aufsuchen könnt.

Kinder

Damit auch Eltern an der politischen Meinungsbildung teilnehmen können, bieten wir gemeinsam mit Aktivist*innen von KiKo Berlin am 10. und 11. Juli die Möglichkeit zu Vernetzung, Austausch und selbstorganisierter Wechselbetreuung. Um die gemeinsame Absicherung vor Ort besser koordinieren zu können, schickt uns gerne vorab eine kurze Nachricht per E-Mail, wenn ihr mit Kindern kommt.

Essen

Wir laden ein zum gemeinsamen Essen. Am Freitag wird es 9:30 Uhr Frühstück, 13:30 Uhr Mittag und 18:00 Uhr Abendessen geben. Am Samstag 13:00 Uhr Mittag und 19:30 Uhr Abendessen. Am Sonntag 12:30 Uhr Mittag.

Ausstellungen

Es wird verschiedene mobile Ausstellungen vor Ort geben. Unter anderem zu Zwangsarbeit bei Rheinmetall im Zweiten Weltkrieg.